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Tax Equalization

Nachteile vermeiden heißt Vertrauen zu schaffen

Wann immer Mitarbeiter im Rahmen von Entsendungen im Ausland tätig werden, ist die Entstehung von Nachteilen kaum vermeidbar. Ein Bereich, in dem Nachteile sich sogar auf den Geldbeutel der Mitarbeiter auswirken können, ist der Bereich Steuern. Daher ist ein gut ausgearbeitetes Tax Equalization Programm ein wichtiger Bestandteil für erfolgreiche Mitarbeiterentsendungen.

Werden Mitarbeiter im Ausland tätig, unterliegen deren Einkünfte in der Regel der Besteuerung im Gastland. Ja nachdem, in welchem Land die Mitarbeiter eingesetzt werden, können sich bereits hieraus steuerliche Nachteile ergeben, wenn die Besteuerung im Einsatzland mit einem höheren Steuersatz erfolgt, als dies im Heimatland der Fall gewesen wäre. Dem Mitarbeiter würde insofern weniger Nettoeinkommen zur Verfügung stehen als ohne Entsendung.

Neben diesem beinahe offensichtlichen Nachteil, können sich aus steuerlicher Sicht jedoch noch einige weitere Nachteilskonstellationen ergeben, so z.B.:

  • Progressionsvorbehalt
    In Deutschland steuerfreie Einkünfte werde dennoch zur Ermittlung des Steuersatzes herangezogen. Die Folge ist ein erhöhter Steuersatz.
  • Steuerabzugsbeträge wirken sich nicht mehr (oder nicht vollständig) aus
  • Verlust von Steuervergünstigungen
  • Doppelbesteuerung

Um trotz möglicher Nachteile den Mitarbeitern den Einsatz im Ausland schmackhaft zu machen, ist es am Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass entstehende Nachteile ausgeglichen werden. Hierfür kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht.

Direkte Übernahme von Steuernachteilen

Hierbei trägt der Arbeitnehmer unterjährig zunächst alle Steuerzahlungen selbst. Ist das Jahr vorüber, gibt der Arbeitnehmer im Heimat- und Gastland eine Einkommensteuererklärung ab, anhand derer die tatsächliche Jahressteuerbelastung ermittelt wird. Seitens des Arbeitgebers wird, nachdem die Steuererklärungen veranlagt wurden, ein Experte mit einer Vergleichsrechnung beauftragt um zu ermitteln, welche Steuerbelastung der Arbeitnehmer bei Verbleib im Heimatland (ohne Entsendung) getragen hätte. Die so ermittelte, entsendebedingte Mehrbelastung wird dann seitens des Arbeitgebers durch eine Ausgleichszahlung kompensiert.

Problem bei dieser Variante – auch Ausgleichszahlungen stellen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar und sind somit zu versteuern.

Tax Protection Modell

 Beim Tax Protection Modell wird – wie der Name schon vermuten lässt – die bisherige Steuerbelastung im Heimatland des Arbeitnehmers „geschützt“. Dies bedeutet, dass vom bisherigen Bruttogehalt des Mitarbeiters eine hypothetische Steuerbelastung ermittelt wird. Zahlt der Mitarbeiter im Ausland tatsächlich mehr Steuern, gleicht das Unternehmen die Mehrbelastung aus. Zahlt er tatsächlich weniger Steuern, muss das Unternehmen den Differenzbetrag an den Mitarbeiter auszahlen, wobei diese Zahlung dann wiederum ebenfalls steuerpflichtigen Arbeitslohn darstellt.

Tax Equalization Modell

 Beim Tax Equalization Modell wird der ins Ausland entsandte Mitarbeiter so gestellt, als würde sein Gehalt weiterhin im Heimatland steuerpflichtig. Der Arbeitgeber zahlt die Steuern im Gastland und profitiert gleichzeitig von eventuellen Steuererstattungen im Ausland. Der Mitarbeiter wird damit weder besser, noch schlechter gestellt als bei einem Verbleib im Heimatland. Oftmals geht dieses Modell mit einer Nettolohnvereinbarung einher. Hierbei wird dem Mitarbeiter ein Nettolohn ausgezahlt, der dem Gehalt vor der Entsendung entspricht (lesen Sie mehr dazu im Global Mobility A-Z). Die Berechnung des Nettolohns erfolgt unter Abzug einer hypothetischen Steuer, von der der Arbeitgeber die im Ausland anfallenden Steuern für den Mitarbeiter begleicht. Am Ende des Jahre oder der Entsendung (je nach Vereinbarung) erfolgt eine Steuerausgleichsberechnung (Tax Equalization Calculation) im Rahmen derer noch einmal abschließen geprüft wird, dass dem Mitarbeiter tatsächlich keine steuerlichen Nachteile entstanden sind.

Jedes der genannten Modelle hat seine Vor- und Nachteile und kann in verschiedenen Formen ausgestaltet werden. In jedem Fall empfiehlt es sich für Unternehmen, das Steuerausgleichsprogramm fest in der Entsendungspolitik zu verankern.